Iguazú

Mit einer Breite von 2,7 Kilometern und insgesamt 275 einzelnen Fällen sind die Iguazú-Wasserfälle das größte Wasserfallsystem der Welt. Über zwei Stufen fällt der Río Iguazú auf der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien insgesamt 82 Meter in die Tiefe. Pro Sekunde stürzen dabei durchschnittlich 1,7 Millionen Liter Wasser über die Basaltkante, der Allzeitrekordwert liegt gar bei gigantischen 45,7 Millionen Litern – etwa das sechseinhalbfache des Rekordwerts der Niagara-Fälle, die jedoch einen etwas höheren Durchschnittsdurchlauf haben. Von den enormen Wassermengen haben die Fälle auch ihren Namen: In der Sprache der indigenen Guaraní bedeutet Iguazú „großes Wasser“.

Geschützt durch zwei Nationalparks

Die rund 1300 Kilometer nördlich von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires und 1600 Kilometer südwestlich von Brasília gelegenen Fälle gehören zu rund 80 Prozent zu Argentinien, das restliche Fünftel liegt in Brasilien. Entsprechend bietet die brasilianische Seite jedoch den umfassenderen Panorama-Blick auf die Iguazú-Wasserfälle. Das Gebiet um die Fälle haben die beiden südamerikanischen Länder durch zwei Nationalparks, den brasilianischen Parque Nacional do Iguaçu und den argentinischen Parque Nacional Iguazú, unter Schutz gestellt. Beide gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Blick in den Teufelsschlund

Highlight der Fälle ist eine 80 bis 90 Meter enge und 70 bis 80 Meter breite Schlucht namens Garganta del Diablo (portugiesisch: Garganta do Diabo, deutsch: Teufelsschlund), in die etwa die Hälfte des Wassers des Río Iguazú stürzt. Auf der argentinischen Seite fährt die Schmalspurbahn Tren Ecológico de la Selva (auch: Tren de las Cataratas) durch den Regenwald des Nationalparks bis zum oberen Eingang der Schlucht, von wo ein etwa einen Kilometer langer Wanderweg direkt an die Kante führt. In acht nehmen sollte man sich hier nicht nur vor Abstürzen sondern auch vor einer tierischen Sehenswürdigkeit: aggressiven Nasenbären, die Mülleimer durchwühlen.