Paradise Island

Das Paradies ist die Krone der Marktwirtschaft. Paradise Island, direkt vor dem Hafen von Nassau in der Karibik gelegen und mit der Hauptstadt der Bahamas durch zwei Brücken verbunden, befindet sich in Privatbesitz. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, darf auf dem 277 Hektar großen Eiland nahezu jeglichen Glanz und Glitzer der „Freien Welt“ genießen. Geprägt ist die Insel von großen Hotel-Anlagen und Freizeit-Resorts. Die größte dieser Anlagen, Atlantis Paradise Island, ist mit ihrem eigenem Strand, einem begehbarem Aquarium und Casinos der Mittelpunkt der Insel. Hinter dem Komplex schließt sich ein kleines Naturreservat an, inklusive künstlich angelegtem Teich.

Hog Island wird Paradies

Seinen Namen bekam Paradise Island vom US-Unternehmer Huntington Hartford, Erbe einer Supermarkt-Kette, der die Insel 1959 vom schwedischen Großindustriellen Axel Wenner-Gren gekauft hatte. Bis dato hieß die Insel Hog Island (Schweine-Insel). Welchen Namen sie vor der Kolonialisierung hatte, ist nicht überliefert. Die gesamte dort ansässige indigene Bevölkerung der Lucayan war von den Spaniern, die die Bahamas zuerst kolonialisierten und erst später an die Briten verloren, gleich rund um das Jahr 1500 verschleppt, versklavt und bei der Schaffung des Reichtums der damaligen europäischen Nobelgesellschaft (meist im Bergbau) zu Tode gequält worden.

Aufschwung durch Glücksspiel

Bekannter ist die rasante Entwicklung von Paradise Island nach der Übernahme durch Hartford, der bald eine Glücksspiellizenz bekam und beim Ausbau seines Resorts mit Highlights und Sehenswürdigkeiten keine Mühen scheute. So landete ein ganzes Augustiner-Kloster aus dem 14. Jahrhundert, abgebaut in Südfrankreich, auf Paradise Island. Ab den 1980er Jahren wechselte die Insel dann unter mehr oder minder bekannten Moguln mehrmals den Besitzer. Der Flughafen der Insel wurde inzwischen übrigens zurückgebaut – und durch einen Golfplatz ersetzt. Dort kann man sogar wohnen, wenn man die bis zu 40 Millionen US-Dollar für ein Anwesen übrig hat.