Angel Falls

Mit einer Fallhöhe von insgesamt 979 Metern sind die Angel Falls (spanisch: Salto Ángel) der höchste Wasserfall der Welt. Der Río Kerepacupai Merú stürzt an den Fällen zunächst 807 Meter tief von der Kante des Tafelbergs Auyán-Tepui, ehe sich sein Wasser am Fuße des Bergs zu einem reißenden Strom sammelt und weitere kleinere Wasserfälle sowie Stromschnellen hinunter rauscht. Der Río Kerepacupai Merú fließt schließlich in den Río Churún, der seinerseits ein Zufluss des Carrao ist, der schließlich in den Orinoco fließt.

US-Pilot als Namensgeber

Ihren Namen haben die Angel Falls nicht etwa von himmlischen Engeln, sondern von einem US-Piloten namens James „Jimmie“ Angel, der Mitte des 20. Jahrhunderts als erster Mensch über die Fälle flog. Später versuchte Angel gar, auf dem Auyán-Tepui oberhalb der Fälle zu landen, legte aber eine Bruchlandung hin und musste mit seiner Expeditionsgruppe 11 Tage durch den Dschungel laufen, ehe sie in der Zivilisation zurück waren. Nach seinem Tod wurde Angels Asche an den Fällen verstreut. In der Sprache der indigenen Pemón heißen die Fälle Kerepakupai Merú (Wasserfall des tiefsten Ortes) oder Parakupá Vená (Fall vom höchsten Punkt).

Abenteuerliche Anreise

Gelegen sind die Fälle im dichten Dschungel des Canaima-Nationalparks (Parque Nacional Canaima) im Bundesstaat Bolívar im Südosten von Venezuela, etwa 1000 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt. Die Fälle, die mitsamt dem Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen, sind eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Venezuelas, aufgrund ihrer Lage aber nicht gerade einfach zu erreichen. Die Anreise erfordert zunächst einen Flug zum Canaima Camp im Nationalpark (gut eine Stunde vom Hauptstadtflughafen Aeropuerto Internacional de Maiquetía „Simón Bolívar“). Von dort geht es auf dem Fluss mit lokalen Guides von der Volksgruppe der Pemón zum Fuße der Fälle.